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     13. November 2001

Deutliche Mehrheit für den Religionsunterricht

EKD legt Ergebnisse einer EMNID-Umfrage vor

Genauso wird vom Ethikunterricht erwartet, zu Toleranz und Verständigung beizutragen (88 Prozent). Außerdem soll er das soziale Engagement fördern und den Schülerinnen und Schülern helfen, eine eigene weltanschauliche Orientierung zu finden (jeweils 80 Prozent). Es fällt auf, dass 70 Prozent dem Ethikunterricht die Funktion zuweisen, auch über Religion zu informieren.

Was die Lehrenden im Religions- bzw. im Ethikunterricht angeht, besteht ein deutlicher Unterschied zwischen den Fächern. 56 Prozent der Befragten sind dafür, dass der Lehrer oder die Lehrerin im Religionsunterricht für die eigene Glaubensüberzeugung eintritt, 23 Prozent stimmen dem nicht zu. Eine solche persönliche Profilierung der Lehrkraft wird für den Ethikunterricht zurückgewiesen (34 Prozent Zustimmung, 39 Prozent Ablehnung). Im Blick auf die Lehrerinnen und Lehrer zeigt sich also, dass die Bekenntnisbindung des Religionsunterrichts erkannt und befürwortet wird.

"Es sollte auch islamischer Religionsunterricht eingerichtet werden." Dafür sprechen sich in Deutschland 48Prozent aller Befragten aus. 30 Prozent stimmen dieser Aussage nicht zu. Dabei ist zwischen West- und Ostdeutschland zu differenzieren. Im Westen ergibt sich eine mehrheitliche Befürwortung von 51 Prozent. Im Osten überwiegt (bei einer Zustimmung von 35 Prozent) mit 39 Prozent eine ablehnende Haltung. In diesem Zusammenhang ist auch zu berücksichtigen, dass dort - abgesehen von Berlin - unter 1 Prozent der Bevölkerung islamischen Glaubens sind.

Auf die Frage "Besuchen Sie selbst den Religionsunterricht oder haben Sie als Schüler den Religionsunterricht besucht?" antworten 79 Prozent mit "Ja". In Westdeutschland liegt diese Zahl bei 90 Prozent. Der Religionsunterricht gehört dort für fast alle zum biographischen Er-fahrungshorizont. In Ostdeutschland bejahen die gestellte Frage 35 Prozent wobei sich hier viele Menschen in der Beantwortung auf die sogenannte Christenlehre beziehen werden, die von den Kirchen in der ehemaligen DDR ursprünglich einmal als Ersatz für den schulischen Religionsunterricht konzipiert wurde.

Die Erfahrungen in der Bevölkerung mit dem Religionsunterricht sind vielfach sehr positiv. 77 Prozent der Befragten sagen: "Im Religionsunterricht habe ich Grundkenntnisse im Christentum erworben", 65 Prozent erklären: "Im Religionsunterricht habe ich manches gelernt, was heute noch für mich wichtig ist" und 61 Prozent stellen fest: "In den Religionsunterricht bin ich gern gegangen". Nur 16 Prozent der Befragten meinen: "Der Religionsunterricht war /ist vertane Zeit".

 

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