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     01.11.2018 

Modellversuch zum religionskooperativen Religionsunterricht

UnterrichtZu Beginn des Schuljahres 2018/2019 begann am Stadtgymnasium Dortmund in der Jahrgangsstufe 9 ein bundesweit einmaliges Modellprojekt: Mithilfe der Methodik der Komparativen Theologie wird in einem kooperativen Religionsunterricht ein Gespräch zwischen den Religionen hergestellt. Prof. Dr. Klaus von Stosch und Prof. Dr. Jan Woppowa von der Universität Paderborn initiierten das Projekt. Das Erzbistum Paderborn unterstützt das Vorhaben finanziell und ermöglichte die Einrichtung einer Stelle, um das Projekt wissenschaftlich zu begleiten.
Klaus von Stosch forscht und lehrt am Institut für Katholische Theologie und ist Sprecher des Zentrums für Komparative Theologie und Kulturwissenschaften (ZeKK) der Universität Paderborn. „Der reguläre evangelische, katholische und islamische Religionsunterricht wird um regelmäßige Phasen der Zusammenarbeit ergänzt“, beschreibt von Stosch den methodischen Zugang des Projekts. „Alle Lerngruppen einer Jahrgangsstufe bearbeiten über das gesamte Schuljahr hinweg parallel die gleichen Themen aus der Perspektive der jeweils eigenen Konfession und Religion.“ Einmal pro Unterrichtsreihe würden die Klassen dann für eine bestimmte Anzahl von Unterrichtsstunden „durchgemischt“. Die Schülerinnen und Schüler erhielten so die Möglichkeit, sich unter Anleitung der unterrichtenden Lehrerinnen und Lehrer mit Kindern anderen Glaubens über ihre religiösen Ansichten und Traditionen auszutauschen. Damit einher geht auch der interkulturelle Austausch, der für die Schülerinnen und Schüler viele Vorteile biete, so von Stosch.

„Das Projekt bewegt sich im Rahmen des gesetzlich klar definierten konfessionellen Religionsunterrichts nach Artikel 7, Absatz 3 des Grundgesetzes“, erläutert Jan Woppowa, Religionsdidaktiker am Institut für Katholische Theologie der Universität Paderborn. „Das Projekt möchte diesen konfessionellen Religionsunterricht durch didaktisch profilierte Phasen des interreligiösen Lernens sinnvoll ergänzen. Dabei sollen nicht allein die Gemeinsamkeiten, sondern auch die Unterschiede zwischen den Konfessionen und Religionen zum Ausdruck kommen.“ Ziel des Projekts sei es, didaktische Prozesse des interkulturellen und interreligiösen Lernens in Unterrichtsabläufe zu implementieren und diese zu erforschen. Der Einbezug des jüdischen Religionsunterrichts und seiner Schülerinnen und Schüler sei ebenfalls ausdrücklich vorgesehen.

Die Universität Paderborn hat das Projekt angestoßen und leistet seine wissenschaftliche Begleitung. Das Erzbistum Paderborn unterstützt es finanziell und ist an den Ergebnissen der Forschungen interessiert, die Erkenntnisse über Entwicklungsmöglichkeiten des Lernens im konfessionellen Religionsunterricht versprechen.

Quelle: idw - Informationsdienst Wissenschaft


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