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     25.01.2019

Im Austausch sein:
Fächerkooperierendes interreligiöses Begegnungslernen

PH KarlsruheSchulklassen werden immer heterogener, auch im Hinblick auf Religion und Weltanschauung. Deshalb werden Lehrerinnen und Lehrer für Religion und Ethik gebraucht, die mit dieser Vielfalt qualifiziert umgehen können. Die nötigen theologischen und religionspädagogischen Kompetenzen vermittelt das „Fächerkooperierende interreligiöse Begegnungslernen“. Das Institut für Islamische Theologie/Religionspädagogik an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe bietet diese Zusatzqualifikation für Lehramtsstudierende in Kooperation mit der Pädagogischen Hochschule Heidelberg an. Angehende Lehrerinnen und Lehrer können das Zertifikat mit vier Modulen studienbegleitend erwerben.

Vergangene Woche kamen rund 70 Studierende und Lehrende der Evangelischen Theologie, der Islamischen Theologie, der Katholischen Theologie sowie der Philosophie beider Hochschulen im Rahmen des Fächerkooperierenden interreligiösen Begegnungslernens zum ersten Mal zu einem gemeinsamen Studientag an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe zusammen. In Seminaren hatten die Studierenden Stationen zum Thema „Wie legen wir unsere (Heiligen) Schriften aus? Vielfältige Wege der Texthermeneutik in interreligiöser Perspektive“ vorbereitet, die sie sich beim Studientag gegenseitig vorstellten und in fächergemischten Gruppen diskutierten.

Das gemeinsame Arbeiten ermöglichte authentische Begegnungen mit Angehörigen anderer Religionen, die Teilnehmenden lernten andere religiöse Perspektiven kennen und konnten ihre eigene Perspektive erweitern. „Die Studierenden waren aufgeschlossen und haben intensiv miteinander diskutiert“, berichtet Christian Ratzke. Der Promovend am Institut für Philosophie und Theologie an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg forscht zum Interreligiösen Begegnungslernen in der Ausbildung von Ethik- und Religionslehrkräften und evaluierte auch vergangene Woche die Kompetenzanbahnung bei den Studierenden. Ein muslimischer Studierender berichtete, er habe durch den Austausch mit nichtmuslimischen Studierenden seine eigene Religion neu betrachten können und habe von den anderen Studierenden eine respektvolle Haltung erfahren.

Jun. Prof. Dr. Jörg Imran Schröter, Leiter des Instituts für Islamische Theologie/Religionspädagogik an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe und Organisator des Studientags, freut sich, dass die Studierenden der verschiedenen Konfessionen viele Gemeinsamkeiten herausgearbeitet haben und konkret nachfragen konnten, was sie schon immer von der anderen Religion wissen wollten. „Wenn wir uns nicht abschotten und stattdessen im Dialog sind, können wir Vorurteilen, Hass und Spaltung vorbeugen “, so der Juniorprofessor. Und Christian Ratzke ergänzt: „Zukünftige Lehrkräfte für Ethik und Religion benötigen interreligiöse Kompetenzen. Nur so können sie sich in einer multireligiösen Gesellschaft angemessen bewegen und ihre Schülerinnen und Schüler zu Toleranz, Demokratiefähigkeit, Frieden und gegenseitigem Verständnis erziehen.“

Quelle: Pressemeldung Informationsdienst Wissenschaft (idw)

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