•      02.07.2020

Jugendstudie Baden-Württemberg 2020 veröffentlicht

Jugendstudie 2020Der Landesschülerbeirat (LSBR), die Jugendstiftung Baden-Württemberg und das Kultusministerium haben die fünfte Jugendstudie Baden-Württemberg veröffentlicht. In dieser haben sich insgesamt 2.311 Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen 12 und 18 zu einem breiten Spektrum an Themen geäußert: Freundschaft, Geld, Medien, Schule, Freizeit, Engagement, Werte und Zukunft gehörten – wie auch in der Vorgängerstudie von 2017 – zum Fragenkatalog sowie zum ersten Mal auch die Themen „Ab ins Ausland – oder?“ und „Politik und du“.

In Bezug auf die Studie von 2017 sind die Ergebnisse der Jugendstudie 2020 stabil geblieben. So zeigt die vorliegende Studie, dass den Jugendlichen Familie, Gesundheit und Freundschaften sehr wichtig sind. Für jeweils 91,6 Prozent, 86,1 Prozent und 78,1 Prozent der Befragten sind das drei der fünf wichtigsten Themen in ihrem Leben. 80,4 Prozent der befragten Jugendlichen fühlen sich in ihrer Schule wohl, 84,1 Prozent in ihrem Klassenverband.

Außerdem engagiert sich ein Drittel der Jugendlichen in Baden-Württemberg ehrenamtlich. Politische Themen sind für 65,6 Prozent der befragten Jugendlichen „wichtig“ (54,3 Prozent) oder „sehr wichtig“ (11,3 Prozent). Zugleich geben 22,7 Prozent der Befragten an, dass sie mit der Demokratie in Deutschland unzufrieden sind. Hier zeigt sich ein deutlicher Geschlechterunterschied: Während diese Meinung 27,7 Prozent der Jungen teilen, liegt dieser Anteil bei den Mädchen bei lediglich 17,6 Prozent. Gefragt nach jugendgerechten Angeboten zur politischen Bildung sehen 53,8 Prozent der Jugendlichen Defizite. Über 76 Prozent nehmen zudem außerhalb der Schule nicht an Angeboten zur politischen Bildung teil. „Diese Ergebnisse zeigen: Vielen Jugendlichen sind politische Themen wichtig. Sie wollen mitgestalten und engagieren sich ehrenamtlich“, sagt Staatssekretär Schebesta und führt aus: „Dennoch zeigt sich, dass wir alle – auch über das System Schule hinaus – dazu aufgefordert sind, nach Lösungen zu suchen, damit sich noch mehr Schülerinnen und Schüler von politischen Angeboten angesprochen fühlen.“

Bei den Berufswünschen bleiben geschlechtsstereotype Vorstellungen nach wie vor deutlich erkennbar. Für Berufe aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT) interessieren sich hauptsächlich die Jungen. Genau umgekehrt sieht es bei den Mädchen aus: Sie sind vor allem an Berufsfeldern wie Soziales und Pädagogik, Gesundheit, Medizin und Schönheit sowie Kunst, Kultur und Gestaltung interessiert. Beim Thema Auslandsaufenthalt ist die Schule ein wichtiger Katalysator – weit vor anderen Angeboten: Knapp 40 Prozent der befragten Schülerinnen und Schüler waren mit ihrer Schulklasse im Ausland und fast 15 Prozent haben an einem Schüleraustausch teilgenommen.

Die Jugendstudie wurde mithilfe eines Fragebogens durchgeführt. Diesen haben zufällig ausgewählte Klassen oder Kurse aus nahezu allen Stadt- und Landkreisen Baden-Württembergs ausgefüllt.

die komplette Pressemeldung    |   die Jugendstudie 2020 als pdf-Datei



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