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    25.10.2018

„Würden Sie einen Roboter taufen?“

Eindrücke vom 5. Evangelischen Medienkongress in München

Cyborg„Mensch oder Maschine: Wer programmiert hier wen?“, so lautete das Thema des 5. Evangelischen Medienkongresses vom Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik in München. Die rund 300 Teilnehmenden beschäftigten sich von 16. bis 17. Oktober mit Themen wie Künstlicher Intelligenz (KI), sich ausbreitendem Hass und Parallelwelten im Netz. 

Als Prof. Dr. Jürgen Schmidhuber, Direktor des „Dalle-Molle-Forschungsinstitut für Künstliche Intelligenz“ in der Schweiz, nahezu liebevoll von seiner Forschung erzählte, wurde es im Saal merklich still. Schmidhubers Systeme lernten spielerisch im Labor Schmerz zu vermeiden und freuten sich über Belohnungen. Sogar Sozialverhalten würden sie erlernen. So bekämen verschiedene  Systeme etwa eine Aufgabe, die sie nur zusammen lösen könnten. Da sie letztlich alle erfolgreich sein wollten, gingen sie Kollaborationen ein. Eine KI hätte aber nicht das Bewusstsein wie es wir Menschen haben, beharrte der Kirchenpräsident von Hessen-Nassau, Dr. Dr. h. c. Volker Jung, in anschließender Diskussion. Schnell war hingegen deutlich, dass das mit einem ungeklärten Begriff von „Bewusstsein“ eine heikle Sache ist. Moderatorin Franziska Storz vom Bayerischen Rundfunk spitzte die Problematik zu, als sie Jung frei heraus fragte: „Würden Sie einen Roboter taufen?“ Jungs Antwort, „Natürlich nicht!“, war schnell gegeben, doch zeigte der Kongress, dass gängige Begründungsstrukturen dafür immer mehr ins Wanken geraten. Selbst Empathie könnte eine KI lernen, so hieß es schließlich vom Technologie- und Trendforscher Dr. Mario Herger. Das sei sogar gewünscht, weil wir Menschen dann umgekehrt ebenfalls empathisch auf die Maschinen reagierten und z. B. Kleidung für unsere Staubsaugerroboter kauften. Das kann man nett finden oder verrückt.

zum kompletten Artikel auf elk-wue.de


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