„… dass Gerechtigkeit und Friede sich küssen“ (Psalm 85,11)
Kriege, Krisen und Konflikte nehmen weltweit zu. Der Rat der EKD hat deshalb diese Friedensdenkschrift veröffentlicht, die Impulse für die Suche nach einer
angemessenen christlichen Friedensethik für das 21. Jahrhundert bietet. Die EKD hält darin an ihren friedensethischen Grundüberzeugungen und der Vision
eines Gerechten Friedens fest, ohne die Realität von Gewalt und Bedrohung zu leugnen. Pazifistische Traditionen werden gewürdigt; die Anerkennung
staatlicher Schutzpflichten rückt jedoch in den Vordergrund.
Theologisch fundiert ringt der Text mit der Spannung zwischen christlichem Friedensideal und politischer Verantwortung. Dabei wird deutlich: Die
evangelische Friedensethik befindet sich in einem Prozess der Neuorientierung.
Die Denkschrift versteht sich als Beitrag zur Gewissens- und Meinungsbildung und liefert differenzierte ethische Orientierungspunkte für die
gesellschaftliche Debatte.
Welt in Unordnung - Gerechter Friede im Blick
Die aktuelle Friedensdenkschrift der EKD markiert eine deutliche Neuausrichtung der protestantischen Friedensethik, die sowohl dem christlichen Ideal der
Gewaltfreiheit als auch der veränderten Weltlage gerecht zu werden versucht.
Die EKD hält an der Vision eines „Gerechten Friedens“ fest, ohne die Realität von Gewalt und Bedrohung zu leugnen. Obwohl sie pazifistische Traditionen
würdigt, rückt die Anerkennung staatlicher Schutzpflichten in den Vordergrund. Dabei wird deutlich: Die evangelische Friedensethik befindet sich in einem
Prozess der Neuorientierung, der noch nicht abgeschlossen ist.
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Druckversion: Evangelische Verlagsanstalt GmbH, 2025, Preis 12,00 Euro
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„Frieden ist möglich – die Zukunft ist offen“, sagte Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) auf einer Veranstaltung im Berliner Haus
der Evangelischen Kirche in Deutschland. Trotz der „Dramatik unserer Gegenwart“ mit „schrecklichem menschlichen Leid in unserer Nachbarschaft“, in der
„Krieg und Frieden in hybrider Vermischung“ auftreten, sei nach wie vor die „Zuversicht Ausgangspunkt jeder demokratischen Politik“. Wer Politik mache,
tue dies in der Überzeugung, „dass wir uns nicht in den schicksalhaften Lauf der Dinge fügen müssen“. Krieg sei „niemals eine Zwangsläufigkeit“.
Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hatte auf der Synode in Dresden die neue Friedensdenkschrift „Welt in Unordnung – Wege zum
gerechten Frieden“ vorgestellt. Um die wichtige Debatte über Krieg und Frieden fortzusetzen, haben die Evangelischen Akademien Bad Boll, Berlin, Loccum
und Villigst sowie die EKD zu einem Akademiegespräch mit mehr als 200 Gästen aus Politik und Gesellschaft eingeladen. In seiner Keynote lobte der
Bundesaußenminister die neue friedensethische Denkschrift der EKD: „Sie erkennt an, dass die Anwendung von Gegengewalt durch einen angegriffenen Staat
nicht nur völkerrechtlich, sondern auch ethisch gerechtfertigt ist“. Und sie akzeptiere, dass ein kategorischer Pazifismus als universale politische
Ethik nicht zu legitimieren sei. „Als Christ und Außenminister bin ich dankbar für diese umsichtig abwägenden, aber im Ergebnis klaren Positionierungen
der evangelischen Kirche. Meiner Kirche.“
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