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„Es ändert sich … alles! Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung für den RU“


So funktioniert digitaler Religionsunterricht zu Hause während der Corona-Krise

rpi-virtuell-Gruppen

Friederike Wenisch, Religionslehrerin und ab April Mitarbeiterin am PTZ Stuttgart, und Joachim Happel, Leiter von rpi-virtuell im Interview mit evangelisch.de

Zusammen mit Informatiker Frank Staude und anderen Engagierten haben Friederike Wenisch und Joachim Happel übers Wochenende (14./15.03.20) eine Seite gebaut, auf der sowohl Lehrkräfte als auch Schülerinnen und Schüler kostenlos Unterrichtsmaterial für die kommenden Wochen finden. Im Interview erzählen die beiden, wie das Projekt funktioniert, in welchen Bereichen es beim digitalen Lernen noch Nachholbedarf gibt und warum der Religionsunterricht nicht vernachlässigt werden sollte.
Hier ein kurzer Auszug aus dem Interview:
Wie gut sind die Lehrkräfte Ihrer Ansicht nach gerade darauf ausgerichtet, tatsächlich digitalen Unterricht anzubieten?
Happel: Dass man jetzt ad hoc von zu Hause aus unterrichten soll, passt in das Schema der allerwenigsten Leute. Nur sehr wenige haben das vorher überhaupt schon mal ausprobiert. Deshalb glaube ich, dass sich viele Lehrkräfte in der jetzigen Situation überfordert fühlen. Jeder ist bereit, das alles nach Kräften mitzutragen und mitzumachen, aber es stellt sich die Frage, wie das genau funktionieren soll. Eine Aufgabe auf einen Mebis-Server hochladen? Das geht ja noch. Aber was passiert weiter? Wie soll der Unterricht zum Erfolg kommen? Nur die allerwenigsten Lehrkräfte haben eine Vorstellung davon, wie Lehren und Lernen aus der Distanz erfolgreich umgesetzt werden kann.
Wenisch: Es geht darum, ein Bewusstsein für Datenschutz und Lizenzen zu schaffen. Man sollte nicht einfach irgendwo etwas für seine Schülerinnen und Schüler hochladen. Denn nur, weil es geht, heißt es nicht, dass es erlaubt ist. Deswegen bitte ich immer alle: Achtet bitte auf die Lizenzen, achtet darauf, was rechtlich sauber möglich ist. Auch da herrscht große Unaufgeklärtheit. Viele wissen einfach gar nicht, was geht und was nicht. Und deswegen plädiere ich immer für OER-Lösungen: Da bewegt man sich auf der rechtlich sicheren Seite. Aber das ist so weit weg von der Realität vieler Lehrkräfte, weil sie es schlichtweg nicht kennen. Aber ich finde es auch wirklich überfordernd, dass man einerseits den Lehrerinnen und Lehrern sagt: "Macht mal!" Und ihnen andererseits dann aber auf die Finger haut und sagt: "Das dürft ihr nicht!"

das komplette Interview mit Friederike Wenisch und Joachim Happel auf evangelisch.de


5. Forum Digitalisierung in Stuttgart - Digitalisierung und kirchliche Bildung

Eindrücke von Kathrin Fechner (ptz Stuttgart)

Kopf des Segensroboters„Ein Thema, wie für mich gemacht: Ich arbeite im Bereich der Bildung und ich habe Söhne, die zur Schule gehen und zu Hause zocken – überall lockt die digitale Welt. Sie verführt, sie verheißt, sie leitet, u.a. bildet sie auch.
Fasziniert lausche ich den Keynotes ebenso wie den Vorträgen in den Teilforen. Verschiedenes nehme ich mit, das einer Notiz bedarf:
Den Segensroboter (Bild) teste ich, er bleibt mir fremd...
Ich finde die Lieder-App 'Cantico' ganz nett...
Ich notiere: 'Menschenfischer im weltweiten Netz', 'aktiv Suchender', 'Digitalisierung vs. Dititalität', 'Sinnüberschuss', 'digitale Ethik' und 'digitaler Humanismus'...  Ich werde weiter forschen... “
Den kompletten Bericht finden Sie auf ptz-stuttgart.blog/.../5-digitalisierungsforum-nachlese-mit-fishbowl
Digitalisierung in der württembergischen Landeskirche - Berichte und Dokumente vom 5. Forum Digitalisierung am 2. März 2020

Gamification, AR und VR im Religionsunterricht

VR-BrilleAm Religionspädagogischen Institut der Universität Luzern startet die Veranstaltung „Lehre – Lernen - Digitalität“, die digitale, religionspädagogische Methoden und Ansätze vermitteln soll. Studienleiter David Wakefield berichtet im Interview mit Lena Ohm auf evangelisch.de über Trends in der Ausbildung von Religionspädagogen, sowie Gamification und weitere digitale Konzepte im Religionsunterricht.
Das komplette Interview finden Sie auf evangelisch.de

Ausschnitt aus dem Interview:
Frage: Mit der Veranstaltungsreihe "Lehren – Lernen - Digitalität", auf Twitter auch bekannt unter dem #GeheimesLuzern, gehen Sie am Religionspädagogischen Institut in Luzern jetzt einen neuen Weg. Wie sieht der aus?

Wakefield: Am Anfang hatte ich die Idee, unseren Studierenden Lehrveranstaltungen zum Thema "Lehren, lernen, Digitalität" anzubieten. In der konkreten Umsetzung ist es jetzt so geworden, dass ich diese Lehrveranstaltung mit Menschen konzipiere, von denen ich erst so ungefähr die Hälfte persönlich kennengelernt habe und die anderen noch nie. Und dennoch habe ich das Gefühl, dass ich mich mit diesen Menschen sehr verbunden fühle und die Zusammenarbeit ausgezeichnet klappt.

Im Kern konzipieren wir zusammen eine digitale Lernumgebung. Die findet man auf der Website www.lehren-und.lernen.ch. Und die soll es Interessierten ermöglichen, entsprechend eigener Vorlieben und Ressourcen zu lernen, welche Möglichkeiten Digitalisierung und Digitalität für Lernprozesse eröffnet. Dabei setzen wir jetzt auf erfahrunsgsbasiertes und kooperatives Lernen – also, dass die Leute möglichst viel selbst ausprobieren und miteinander vernetzt lernen können. Und wer möchte, kann zusätzlich auch noch eine Präsenzveranstaltung besuchen.

Lehren – Lernen – Digitalität

lehren-lernen-digitalitätDie Lernumgebung besteht im Wesentlichen aus verschiedenen Lernmodulen, die unterschiedliche Lernmöglichkeiten bieten. Du entscheidest, welche Lernmodule du in welchem Umfang nutzen möchtest.
Das Lernmodul «Grundlagen» hilft dir bei der Erarbeitung der verschiedenen Aspekte, die bei der Vernetzung von Digitalem und Analogem wichtig sind.
Bei dem Lernmodul «Tools» stehen Programme bzw. Apps im Mittelpunkt.
Das Lernmodul «PLE» hilft dir dabei, dein persönliches Lernumfeld (Personal Learning Environment) zu reflektieren, auszubauen und zu professionalisieren.
Das Lernmodul «#relichat» führt dich in den Twitterchat für Religionspädagog*innen ein. (aus der Projektbeschreibung)
Startseite der Lernumgebung «Lehren – Lernen – Digitalität»   |   Anmeldung zur Lernumgebung «Lehren – Lernen – Digitalität»

„Digitalisierung – Grundsätzliches und Praktisches für RU und KA“

Fortbildung des ptz mit dem Evangelischen Medienhaus in Stuttgart

LaptopEnde September 2019 hat das ptz zusammen mit dem Evangelischen Medienhaus in Stuttgart eine zweitägige Fortbildung für Kolleg/innen aus Baden und Württemberg gestaltet, in der wir uns der Frage gestellt haben, wie das Thema „Digitalisierung“ im Religionsunterricht (RU) und in der Konfirmandenarbeit (KA) aufgegriffen werden kann. Dazu haben wir natürlich auch gemeinsam digitale Medien erprobt und diesen Einsatz ausgewertet.

„Es ändert sich … alles! Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung für Kirche und Gesellschaft“ unter diesem Titel stand die grundlegende Keynote von Professor Andreas Büsch, Clearingstelle Medienkompetenz der Deutschen Bischofskonferenz an der KH Mainz. Er unterscheidet Herausforderungen der Digitalisierung in Bezug auf problematisches (Individual-)Verhalten, ethische Problemfelder und gesellschaftliche Herausforderungen voneinander. Seine These zum individuellen ethischen Lernen lautet „Wertebildung durch Medienbildung“ – als „Scharnier“ zur Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen: „Nirgendwo hat die Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen so viel Raum wie in RU und Jugendarbeit/KA. Entsprechend müssen Medien- und Wertebildung im Kontext der Digitalität dort Platz finden.“

Im weiteren Kursverlauf wurde mit bewährten Tools, Apps und Filmen gearbeitet.
Beispiele hierfür finden Sie im kompletten Tagungsbericht unter ptz-stuttgart.blog

„Wofür soll der Religionsunterricht denn da sein, wenn nicht für den Menschen?“

Friederike Wenisch im Interview mit evangelisch.de

Kinder am Laptopevangelisch.de: Was würden Sie Lehrerinnen und Lehrern empfehlen, die gerade erst anfangen, ihren Unterricht digitaler zu gestalten?

Friederike Wenisch: Einer Lehrkraft, die sich digital orientieren will, würde ich erstmal empfehlen, sich auf den entsprechenden Plattformen umzuschauen und sich Beispiele zu suchen, was man alles machen kann. Auf rpi-virtuell kann man zum Beispiel in dieser Situation hervorragend zurückgreifen und gucken, welches Material es dort mit digitalem Unterricht gibt. Außerdem kann man sich durch das Lesen der Blogs anderer Lehrkräfte Orientierung verschaffen. Ich führe selbst so einen Blog , mache ganz viel Unterrichtsplanung digital und zeige, wie man da was umsetzen kann. Und es gibt ja auch das Digital Learning Lab in Hamburg oder ähnliche Formate, wo man dann auch hervorragend nachgucken kann, wie so etwas aussehen und wie man Kompetenzen umsetzen kann. Man kann sich online einen großen Ideenpool erschließen.

evangelisch.de: Wie vernetze ich mich als Neuling am besten mit Menschen, die sich in der Materie schon etwas besser auskennen?

Wenisch: Die einfachste Art und Weise sich zu vernetzen ist tatsächlich über Twitter. Zurzeit ist da unter dem Hashtag Twitterlehrerzimmer und besonders unter dem Hashtag Relichat eine unglaublich rege Gruppe unterwegs, die sich toll austauscht, sich gegenseitig hilft und mit der man sehr gut zusammenarbeiten kann. Über Twitter kann man entweder mitlesen oder auch aktiv nachfragen à la "Wie kann ich das und das machen" und man bekommt eigentlich sofort Hilfe. Zusätzlich hat man beim #Relichat die Möglichkeit selbst aktiv zu werden, in dem man über das Thema abstimmt. Der #Relichat insgesamt ist ein ganz wunderbares Fortbildungsformat, das teilweise wöchentlich angeboten wird – immer mittwochabends auf Twitter – und wo man tolle Impulse für die eigene Praxis kriegt.

das komplette Interview auf evangelisch.de


„Digitale Räume für den RU erschließen“

cloud-computingAls Pfarrer und Leiter des virtuellen religionspädagogischen Instituts – kurz rpi-virtuell – am Comenius Institut beschäftigt sich Joachim Happel schon lange mit dem Thema Religiosität in der digitalen Welt. Wie sich der Religionsunterricht und vielleicht auch der Glaube verändern werden, schildert er im Interview mit Lena Ohm auf evangelisch.de:
Wie passen der Religionsunterricht und die Religiosität in die digitale Welt?
Happel: Der Religionsunterricht muss auf jeden Fall mit dabei sein. Es gibt gar keine andere Möglichkeit, denn Wissen bildet sich ja längst nicht mehr nur in der Schule und auch Religion hat sich nie nur in der Schule gebildet. Junge Menschen entwickeln sich über die Konnektivität mit ihrer sozialen Herkunft, ihren sozialen und auch ihren digitalen Peergroups. Und Religiosität entwickelt sich ganz genauso. Es kann eigentlich gar nicht anders sein, als dass meine Religiosität mitgeprägt ist von dem, was im Netz ist. Das Gleiche gilt zum Beispiel auch für meinen Musikgeschmack, mein politisches Engagement und so weiter. In der Digitalität komme ich nochmal mehr in Filterblasen rein als im analogen Leben, weil ich mich für bestimmte Themen interessiere. Und dort bekomme ich vielleicht auch nur aus bestimmten Bereichen Antworten. Deswegen ist der Religionsunterricht die Möglichkeit, das immer wieder auch aufzubrechen. Religionsunterricht könnte vor allem Orientierung bieten und zusätzliche Quellen verschaffen, über die ich meine religiöse Einstellung auch nochmal überprüfen und nach neuen Wegen suchen kann.
Das komplette Interview finden Sie auf ekd.de

KonApp

der digitale Begleiter durch die Konfi-Zeit

KonApp auf dem SmartphoneKonApp, eine neue App für Konfirmandinnen und Konfirmanden, ist jetzt bei der Deutschen Bibelgesellschaft erschienen. Die App soll Jugendliche durch die Konfi-Zeit begleiten. Dazu dienen unter anderem der Zugang zu unterschiedlichen Bibelausgaben, eine Tagebuchfunktion und die Möglichkeit zur Kommunikation in der eigenen Konfi-Gruppe. Das Programm ist in den entsprechenden Online-Stores für Smartphones mit dem iOS- oder Android-Betriebssystem erhältlich.
Die Lutherbibel 2017 sowie das Neue Testament und die Psalmen der BasisBibel sind als Bibeltexte in die App integriert. In einem persönlichen Tagebuch können die Jugendlichen eigene Gedanken, Bilder, Videos, Bibelstellen speichern. Ein Gruppenfeed ermöglicht die Kommunikation zwischen Gruppenleitung und Gruppe sowie innerhalb der Gruppe. Dort können, wie im Tagebuch, Textbeiträge, Fotos, Videos und Bibelstellen geteilt werden. Außerdem können über den Gruppenfeed Aufgaben und Umfragen gestellt sowie Termine weitergegeben werden. Darüber hinaus sind in der App wichtige Grundtexte des Glaubens enthalten.
die KonApp im Play-Store für Android     die KonApp für iOS im App Store     mehr unter die-bibel.de

Man muss sich bei der digitalen Religionspädagogik was trauen

Kinder am LaptopJörg Lohrer kennt sich in der Welt der digitalen Religionspädagogik aus: Er ist im Leitungsteam von rpi-virtuell, einer Website des Comenius-Instituts, die Materialien für Religionslehrkräfte von der Nordsee bis zum Wörthersee anbietet. Im evangelisch.de-Interview verrät er Tipps und Tricks, wo man gute digitale Inhalte herbekommt, wie man sich vernetzt und womit man am besten arbeiten sollte...      das Interview auf evangelisch.de

Online-Tools für den Unterricht

ComputerEs gibt eine große Fülle an Tools die auch im RU gut zum Einsatz kommen können – sowohl in der Unterrichtsvorbereitung wie auch im Unterrichtsgeschehen selbst, aber auch in den Lernphasen der Schüler und Schülerinnen zwischen den Unterrichtsstunden. Stefan Hartelt hat eine Liste der Tools - mit konkreten Tipps und Beispielen - zusammengestellt, die er für den Einsatz im RU empfiehlt.
Die vorgestellten Tools könnten zum einen von Lehrerinnen und Lehrern für die Unterrichtsvorbereitung und -praxis, zum anderen von Schülerinnen und Schüler für die Erarbeitung, Visualisierung und Präsentation von Themen genutzt werden. Alle Tools sind in ihrer Basis-Funktion kostenlos.

Online-Tools für den Unterricht auf bru-uno.de

Religionsunterricht und digitale Welt

Kinder am Laptop Die vom Amt für kirchliche Dienste (AKD) der Ev. Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) veröffentlichte religionspädagogische Zeitschrift “ZeitspRUng” und der vom Religionspädagogischen Institut Loccum herausgegebene “Loccumer Pelikan” gehen der Frage der Digitalisierung als Herausforderung für Unterrichtsprozesse religiöser Bildung nach. Beide Zeitschriften können online gelesen werden:
Loccumer Pelikan 1/19   /   “ZeitspRUng”

„KathReliOnline“ ist Modellprojekt des Bistums Erfurt

LaptopEine bundesweit neue Form des katholischen Religionsunterrichts per Internet könnte zum kommenden Schuljahr (2019/20) in Thüringen an den Start gehen. Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) sagte am Montag in Erfurt, er habe das zuständige Kultusministerium gebeten, die noch ausstehenden Formalitäten für das "KathReliOnline"-Modellprojekt des Bistums Erfurt "zügig, rasch und positiv" zu bearbeiten. Das Land muss dem 2015 erstmals vorgestellten Modell zustimmen, damit es als ordentlicher Unterricht anerkannt ist und die Note auf dem Zeugnis erscheint.
Das "KathReliOnline"-Projekt richtet sich an Schüler der Sekundarstufe 1 in Teilen Thüringens, wo es sehr schwer ist, ausreichend große Lerngruppen für den katholischen Religionsunterricht zu organisieren. Das Konzept sieht vor, dass die Schüler wie bei einem Fernstudium über eine besondere Online-Plattform Lehrmaterial und Arbeitsaufträge erhalten. Zudem sind regelmäßige gemeinsame Tagesveranstaltungen mit Präsenzpflicht vorgesehen.
die komplette Meldung auf www.katholisch.de


Religionsunterricht digital? Total genial!

Tipps, Tricks und Hilfen für das Gestalten von digitalem Unterricht

SmartphoneÜber die Digitalisierung in Schulen wird viel diskutiert. Einfach ausprobieren und machen ist dagegen Friederike Wenischs Ansatz. Die Religions- und Deutschlehrerin vom Gymnasium Altona in Hamburg verbindet in ihrem Unterricht schon lange analoge und digitale Techniken, um spielerisch den Lernstoff zu vermitteln. Transparenz, Sicherheit, Spaß und Individualisierbarkeit sind für sie die klaren Vorteile dieser Arbeit.
der komplette Artikel auf evangelisch.de/.../digitales-arbeiten-mit-religioesen-inhalten-friederike-wenisch-religionsunterricht


Forschungsprojekt „RELab digital“
- Digitale Medien im RU der Zukunft

VR-BrilleWie sieht der Religionsunterricht in 30 Jahren aus? „Ganz anders als heute und zwar durch konsequenten Einsatz digitaler Medien“, ist Jens-Palkowitsch-Kühl von der Universität Würzburg überzeugt. Mit seinem Team arbeitet er am Forschungsprojekt „RELab digital“ – das Ziel: die Entwicklung multimedialer Lehrmaterialien für den Religionsunterricht.
Um den Einsatz digitaler Medien im Religionsunterricht zu erforschen und um selbst Lehrmaterial zu erstellen, wurde das Forschungsprojekt „Religious Education Laboratory digital“, kurz „RELab digital“, 2017 an der Würzburger Universität ins Leben gerufen. Das Projekt läuft noch bis 2020. „Wir entwickeln, testen und evaluieren auf empirischer Basis multimediale Lehrinhalte“, erklärt Palkowitsch-Kühl. Das seien spezielle Videos und E-Books mit Linksammlungen, aber auch digitale Lehrräume im Internet, in denen sich Schüler und Lehrer vor und nach dem Unterricht austauschen können. „Im Fokus des Projekts steht neben der Schaffung von Lehrmaterialien auch die digitale Kompetenz der Lehrkräfte“, so Palkowitsch-Kühl. Also die Frage danach, wie angehende Religionslehrerinnen und -lehrer an Universitäten ausgebildet werden, um digitale Medien im Unterricht effektiv einzusetzen.
weitere Informationen: Uni Würzburg | Evangelische Kirche in Hessen und Nassau


Digital kompetente RU-Lehrkraft:

Grundfertigkeiten Unterrichtsvorbereitung und -durchführung 

ComputerFertigkeiten wie die folgenden halten Medienpädagog*innen der religionspädagogischen Institute der EKD für sinnvoll, damit Religionslehrkräfte klassische Unterrichtsgestaltung mit digitalen Mitteln bestreiten können. Wahrscheinlich entdecken Sie dabei vieles, was längst zu Ihrer Praxis dazugehört - manches hört sich vielleicht auch erstmal unbekannt an. Wir haben versucht, die Fertigkeiten so allgemeinverständlich wie möglich zu formulieren. Nehmen Sie sich für einen Selbsttest ein wenig Zeit - vieles erschließt sich beim Nachdenken über eine oft schon unbewußte alltägliche Praxis. Was Sie nicht kennen, können Sie zum Anlass nehmen, es in ihr berufliches Repertoire aufzunehmen. Wir sind überzeugt, dass die Bandbreite dieser Fertigkeiten Stundenvorbereitung erleichtern und Ihren Unterricht bereichern kann. Sprechen Sie im Bedarfsfall (etwa bei fünf oder mehr nicht angekreuzten Fertigkeiten) Ihre religionspädagogischen Fortbildungseinrichtungen an - wir helfen Ihnen gerne!

zum Selbsttest

In einem Flyer haben RPI und PTZ „10 gute Gründe für Reli“ zusammengestellt:

Zehn gute Gründe für den Religions­unterricht

1. Der Religions­unterricht gibt Raum für die großen Fragen des Lebens

Im Religionsunterricht können Kinder und Jugendliche über die großen Fragen des Lebens nachdenken: Woher kommen wir und wohin gehen wir? Was ist der Sinn des Lebens? Gibt es einen Gott, und wenn ja: Wie kann man mit ihm in Kontakt treten?

2. Der Religions­unterricht spielt mit offenen Karten

Der Religionsunterricht legt seine weltanschaulichen Grundlagen offen. Er behandelt die Grundfragen des Lebens auf der Grundlage des christlichen Glaubens, in der Prägung der jeweiligen Konfession, die ihn verantwortet. So wissen die Schülerinnen und Schüler und ihre Eltern, woran sie sind. Verdeckte Beeinflussung oder gar Manipulation werden so schon von der Anlage her ausgeschlossen.

3. Der Religions­unterricht hilft einen eigenen Standpunkt zu entwickeln

Weil der Religionsunterricht mit offenen Karten spielt, bietet er Schülerinnen und Schülern einen klaren Standpunkt, mit dem sie sich auseinandersetzen können. Kinder und Jugendliche hören im Religionsunterricht die großen Geschichten des Glaubens aus der Bibel. Sie entdecken, welche Antworten auf die Grundfragen des Lebens in ihnen enthalten sind. Sie setzen sich mit ihnen auseinander und können so einen eigenen Standpunkt entwickeln.

4. Religions­unterricht macht dialogfähig

Nur wer einen eigenen Standpunkt hat, kann mit anderen in Dialog treten. Der Religionsunterricht macht Kinder und Jugendliche dialogfähig: Er hilft ihnen zum einen, sich einen eigenen Standpunkt zu erarbeiten. Und er schult sie andererseits darin, andere Auffassungen mit Respekt wahrzunehmen und mit Menschen ins Gespräch kommen, die anders denken. So leistet er einen unverzichtbaren Beitrag zum friedlichen Zusammenleben in einer multireligiösen Gesellschaft.

5. Im Religions­unterricht wird Freiheit konkret

Religionsunterricht ist gelebte Religionsfreiheit: Kein Schüler muss am Religionsunterricht teilnehmen, wenn er das nicht mit seinem Gewissen vereinbaren kann. Durch den konfessionellen Religionsunterricht wird garantiert, dass an der Schule in Glaubensfragen niemand zu etwas gezwungen wird – weder zur Teilnahme am Religionsunterricht noch zum Verzicht darauf.

6. Religions­unterricht ist gelebter Pluralismus

Der konfessionelle Religionsunterricht und das Ersatzfach Ethik machen an der Schule für jeden sichtbar, dass es in einer pluralen Gesellschaft unterschiedliche Antworten auf die Grundfragen des Lebens gibt.

7. Der Religions­unterricht fördert verantwortliches Leben

Im Religionsunterricht setzen sich Kinder und Jugendliche mit ethischen Fragen auseinander und üben exemplarisch Grundwerte wie Respekt und Solidarität ein. Dadurch wird das biblische Nächstenliebegebot konkret. So hilft der Religionsunterricht den Schülerinnen und Schülern dabei, sich zu mündigen und verantwortungsvollen Bürgerinnen und Bürgern der Gesellschaft zu entwickeln.

8. Der Religions­unterricht hilft Kindern und Jugendlichen sich selbst zu finden

Der Religionsunterricht unterstützt Kinder und Jugendliche bei der Identitätsfindung. Er macht tragfähige Angebote für ein authentisches und selbstbestimmtes Leben. So ermöglicht er Bildung im umfassenden Sinn.

9. Der Religions­unterricht hält die Erinnerung wach, dass das Leben nicht im Nützlichen aufgeht

Im Religionsunterricht erfahren Kinder und Jugendliche, dass Leben mehr ist als das, was vordergründig nützlich ist. Im Religionsunterricht ist Raum für Zweckfreies, für Feier und Spiel.

10. Der Religions­unterricht hilft mit Brüchen und Scheitern umzugehen

Der christliche Glaube weiß darum, dass das Leben nicht nur aus Siegen und Erfolgen besteht. Im Religionsunterricht lernen Kinder und Jugendliche mit Scheitern und Niederlagen, mit den Tiefen des Lebens und mit schmerzlichen Erfahrungen umzugehen.


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