Mit dem Start des Schuljahres 2026/27 führt Niedersachsen das neue Fach „Christliche Religion“ ein – ein bundesweit einzigartiges Modell, das evangelische und katholische Lehrpläne zusammenführt und die bisherigen konfessionellen Fächer ersetzt. Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Konfessionen bewusst zu thematisieren und Schülerinnen und Schüler stärker in ihrer religiösen Identitätsbildung zu unterstützen.
Deutschlandweit existieren sehr unterschiedliche Formen des Religionsunterrichts: klassisch konfessionell, konfessionell kooperativ, christlich oder interreligiös. Neben evangelischem und katholischem Unterricht gibt es vielerorts Angebote für jüdische, islamische, orthodoxe oder buddhistische Schülerinnen und Schüler.
Kooperative Modelle – etwa in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg oder Bayern – ermöglichen gemeinsamen Unterricht beider christlicher Konfessionen, oft aus pragmatischen Gründen wie Lehrkräftemangel oder kleinen Lerngruppen.
Als weiteres innovatives Modell gilt der „Religionsunterricht für alle“ in Hamburg: Er wird von mehreren Religionsgemeinschaften gemeinsam verantwortet und bezieht unterschiedliche religiöse Perspektiven ein, um allen Kindern – auch religionsfernen – Lern- und Erfahrungsräume zu eröffnen.
Die aktuelle Entwicklung zeigt: Der Religionsunterricht in Deutschland bleibt vielfältig und im Wandel – mit neuen Formen, die auf gesellschaftliche Veränderungen reagieren und religiöse Bildung weiterentwickeln.