24. März 2004               

Fachverband gegen Fusion von RPI Karlsruhe und PTZ Stuttgart
Brief des Vorstands an die kirchlichen Gremien

Sehr geehrte Damen und Herren,
mit Aufmerksamkeit, aber auch mit großer Sorge nimmt der Vorstand des Fachverbandes Informationen über Verhandlungen zwischen Beauftragten der Landeskirchen in Baden und Württemberg über Möglichkeiten der Synergie im Bereich der kirchlichen Bildungsarbeit wahr.

Nun ist es gerade in Zeiten zurückgehender Finanzmittel opportun, solche Überlegungen anzustellen. Diese Überlegungen im Bereich der Religionspädagogik bereiten uns jedoch ausgesprochene Sorge. Gerne hätten wir als Fachverband unsere Kompetenz bereits in einer frühen Phase der Beratungen eingebracht. In jedem Fall möchten wir mit diesem Schreiben uns wichtig erscheinende Aspekte deutlich machen.

Nach unserer Einschätzung ist der aktuelle Problemdruck ganz wesentlich durch die Beschlüsse der württembergischen Landessynode entstanden, Einsparungen vor allem im Bildungsbereich vorzunehmen. Dies scheint die Folge eines einseitig akzentuierten parochialen Kirchenverständnisses zu sein. Dies wird auch darin deutlich, dass Synergieeffekte besonders im Bildungsbereich und nicht zum Beispiel auf der Ebene von Diakonie, Controlling oder in der Predigerausbildung gesucht werden. Es kann nicht bestritten werden, dass Bildungsarbeit eine zentrale Funktion kirchlichen Handelns ist: Eine jahrzehntelange Praxis sowie die maßgeblichen Formulierungen in kirchlicher Grundordnungen sowie kirchlichen Denkschriften belegen, dass die Kirchen die Bestimmungen von Art. 7 Abs. 3 GG immer auch als Selbstverpflichtung verstanden haben. Insofern ist die religionspädagogische Verantwortung nicht nach „Kassenlage“ disponabel. Es liegt nahe, dass haushaltspolitische Entscheidungen der württembergischen Landeskirche zu Qualitätseinbußen der religionspädagogischen Arbeit in Baden führen werden.

Wir sind der Überzeugung, dass die personale und sächliche Ausstattung des RPI Karlsruhe nicht weiter reduziert werden kann, ohne dass ein signifikanter Qualitätsverlust entsteht. Um so deutlicher formulieren wir deshalb unsere Bedenken gegen Pläne einer Fusion von RPI Karlsruhe und dem Pädagogisch-Theologischen Zentrum Stuttgart. Diese Bedenken werden durch die Diskussion der Standortfrage eines gemeinsamen Institutes in Bad Boll bzw. Stuttgart-Birkach weiter verschärft. Eine zusätzliche Irritation stellt für uns die im Raum stehende Vorentscheidung pro Bad Boll dar. Dies sehen wir in einem Zusammenhang mit dem Wort des Landesbischofs Dr. Ulrich Fischer im Hinblick auf kirchliche Zentralisierungsprozesse, dass man diese Kirche zwar verwalten, aber nicht mehr leben könne.

Völlig unklar ist nicht nur dem Vorstand des Fachverbandes, welche Gremien und Personen an diesem Prozess in Planung und Entscheidungsfindung beteiligt sind. Unseres Erachtens nach sollten Fachleute, wie zum Beispiel die Schuldekane und Schuldekaninnen unbedingt beteiligt werden. Wir bedauern diese Vorgehensweise, zumal Entscheidungen solcher Qualität und Tragweite von einem erweiterten Personenkreis begleitet werden müssen.

Setzen Sie Ihren ganzen Einfluss dahingehend ein, die Arbeit des religionspädagogischen Institutes in Baden in der gewohnten, qualitativ hochwertigen Form, gerade in Zeiten einer rasanten Schulentwicklung in allen Schulformen, zu gewährleisten!

Wir bitten Sie um eine Stellungnahme zu unserem Appell.

Mit freundlichen Grüßen



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