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     13.09.2017

"Gut Gebildet Glauben"
Landeskirche präsentiert neuen Bildungsgesamtplan

Bildungsgesamtplan 2017Die badische Landeskirche hat ihre neuen Bildungsziele für die kommenden Jahre veröffentlicht. Unter dem programmatischen Titel „Gut gebildet glauben“ benennt die 63-seitige Schrift die aktuelle Konzeption mit ihren Zielen und Maßnahmen für die Zukunft. Schwerpunkte liegen unter anderem auf der interreligiösen Bildung, der Stärkung der Medienarbeit, der Inklusion und der Bildungsgerechtigkeit.

„Der Bildungsplan gibt Auskunft darüber, wie wir Bildung verstehen, wo wir gegenwärtig Herausforderungen für unsere Bildungsarbeit sehen, und was wir in den nächsten Jahren konkret tun wollen“, sagte der für den Bereich Bildung zuständige Oberkirchenrat Christoph Schneider-Harpprecht (Karlsruhe). Angesichts des Traditionsabbruchs und einer wachsenden religiösen Unkenntnis sei es derzeit oberstes Ziel, die „religiöse Sprachfähigkeit“ in den Familien zu stärken und durch religiöse Bildung in Kindertagesstätten und Familienzentren zu fördern. Dadurch sollten Menschen in der Lage sein, „auch im Dialog mit Menschen anderer Religionen oder Weltanschauungen das Eigene vertreten“ zu können, so Schneider-Harpprecht.

Vor dem Hintergrund der Digitalisierung soll in der evangelischen Bildungsarbeit künftig ein besonderes Augenmerk auf die Medienkommunikation gelegt werden. „Vor allem im Bereich der sozialen Netzwerke liegen große medienethische Fragen, mit denen wir uns, zum Beispiel im Religionsunterricht oder in der Erwachsenenbildung, beschäftigen müssen“, erklärte der Oberkirchenrat. Auch das Bemühen um Inklusion und Bildungsgerechtigkeit sei für die evangelische Bildungsarbeit zentral, vor allem angesichts einer „wachsenden Kluft“ von Armut und Reichtum, von Migration und Flucht und durch die „mangelhafte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben“ vieler Menschen. Dagegen stellte Schneider-Harpprecht das Bildungsverständnis der evangelischen Kirche und erklärte: „Als Gottes Ebenbild ist jeder Einzelne von Gott begabt und hat den Auftrag, seine Gaben weiter zu entwickeln, um dadurch seinen Beitrag für die Gesellschaft und die Kirche leisten zu können.“

Der aktuelle Bildungsgesamtplan ergänzt den bisherigen landeskirchlichen Bildungsgesamtplan aus dem Jahr 2009. Er wurde von einer Arbeitsgruppe unter der Federführung des Direktors des Religionspädagogischen Instituts, Uwe Hauser, erstellt.

Download des Bildungsgesamtplans als pdf-Datei

Quelle: ekiba.de