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     03.07.2017

Qualitätskonzept für das Bildungssystem:
Fokus auf Qualität und Leistung

Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann hat konkrete Überlegungen vorgestellt, wie die Leistungsfähigkeit und Qualität des Schulsystems auf lange Sicht verbessert werden können. „Schulpraktiker und Experten aus der Bildungsforschung haben einhellig kritisiert, dass es bislang kein abgestimmtes und professionelles Bildungsmonitoring und keine datengestützte Schulentwicklung in Baden-Württemberg gibt. Mit unserem Qualitätskonzept wollen wir erreichen, dass sich die Unterrichtspraxis künftig am aktuellen Stand der Wissenschaft und auf der Grundlage abgesicherter Erkenntnisse ausrichtet“, so die Ministerin. Ziel sei, dass Schulen und Schulaufsicht besser und transparent anhand von Daten wie beispielsweise den Ergebnissen von Vergleichsarbeiten, den Auswertungen der amtlichen Schulstatistik sowie unter Berücksichtigung des sozioökonomischen Umfelds auf Probleme an Schulen reagieren können. Außerdem sollen Programme und Maßnahmen sowie Unterstützungsleistungen wie Fortbildungen und Unterrichtsmaterialien vor ihrem Einsatz auf ihre Wirksamkeit überprüft werden. Als weitere Schwachstelle des baden-württembergischen Bildungssystems werden die starke Zersplitterung der Verantwortlichkeiten und die unzureichende Qualität der Lehrerfortbildung benannt. Hier werde es, so Eisenmann, künftig klarere konzeptionelle Vorgaben und Strukturen geben.
Damit sich die Bereiche Bildungsmonitoring, Analysen, Lehrerbildung sowie Unterstützung und Beratung einheitlich in das Gesamtkonzept einfügen, plant das Kultusministerium, bis zum Jahr 2019 zwei neue Institutionen einzurichten: ein „Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung“ sowie ein „Institut für Bildungsanalysen“. Beide Institute sollen eng verzahnt miteinander arbeiten und von einem wissenschaftlichen Beirat begleitet werden. 
Die benannten strukturellen Änderungen sind eingebettet in eine umfassende Qualitätsstrategie mit dem zentralen Ziel, mehr Verlässlichkeit ins Schulsystem zu bringen und den Fokus wieder auf Qualität und auf Leistung zu lenken. „Dieses Ziel verfolgen wir konsequent und nehmen dabei alle Schularten in den Blick, angefangen bei den Grundschulen. „Die aktuellen Befunde von VERA 3 bestärken uns erneut darin, dass wir die Rechtschreibkompetenzen in den Grundschulen viel stärker in den Fokus rücken müssen“, sagt Eisenmann. Die Ergebnisse, die den Grundschulen seit dem 21. Juni vorliegen, zeigen insbesondere bei Deutsch-Rechtschreibung auffällige Befunde: Mehr als ein Drittel der Schüler verfehlt in Klassenstufe 3 den Mindeststandard; knapp ein weiteres Drittel erreicht gerade den Mindeststandard für die Primarstufe.
Auch das Konzept zur Stärkung der Realschulen verfolgt das Qualitätsziel: Die Realschule mit ihrer stark heterogen zusammengesetzten Schülerschaft benötigt Stunden zur Förderung und Differenzierung leistungsstarker sowie leistungsschwacher Schüler. Die zusätzlichen Poolstunden geben den Realschulen deutlich mehr Möglichkeiten, die Schüler leistungsdifferenziert zu fördern und erfolgreich zum Real- bzw. zum Hauptschulabschluss zu führen. Die vorgesehene Reform der Oberstufe an den Gymnasien ist ebenfalls ein Beitrag, die Qualität des Schulsystems zu verbessern. Durch zusätzliche Möglichkeiten der Profilbildung sollen die Schüler mehr Akzente für die Vertiefung ihres Wissens setzen können, was der Studierfähigkeit und der beruflichen Orientierung zugutekommt.
Als weitere Maßnahme kündigt Ministerin Eisenmann an, wieder Zentrale Klassenarbeiten in allen Schularten (Primar- und Sekundarstufe I) ergänzend zu den Vergleichsarbeiten VERA einzuführen. Dies sind Klassenarbeiten, die landesweit einheitlich von jedem Schüler zu festgesetzten Zeitpunkten geschrieben werden müssen.

Quelle: Pressemitteilung Kultusministerium Baden-Württemberg