Arbeitskreis
der Religionslehrerverbände

  in Baden-Württemberg

Der AK zu Gast im Kultusministerium
Informationstreffen des Arbeitskreises der Religionslehrerverbände in Baden-Württemberg mit Ministerialrat Dr. Bergner

Gespräch im Kultusministerium

Der Arbeitskreis der Religionslehrerverbände in Baden-Württemberg (AK) war am 9. April 2013 im Kultusministerium (KM) zu Gast. Ministerialrat Dr. Johannes Bergner, Leiter der Abteilung 3 (Allgemein bildende Schulen und Elementarbildung), nahm sich über eine Stunde Zeit, um unsere Fragen zu beantworten. Ihm zur Seite stand Regierungsrat Hansjörg Blessing, u.a. Referent für die Angelegenheiten der Kultusministerkonferenz (KMK).
Das Gespräch verlief in angenehmer, vertrauensvoller Atmosphäre. Herr Dr. Bergner ist selbst Religionslehrer und freute sich nach eigenen Worten über den Kontakt zu den Religionslehrerverbänden unseres Bundeslandes.

Die Themen im Einzelnen:

  • 1. Die Zukunft des RU
  • Dr. Bergner machte sich weit weniger Sorgen über die Zukunft des klassischen RU als die Vertreter der Kirchen und auch wir Religionslehrerinnen und Religionslehrer. Seiner Meinung nach sei der RU nicht wegzudenken aus der baden-württembergischen Bildungslandschaft. Der durch ihn vermittelte Wertekanon bleibe von Bedeutung und in der Vernetzung mit anderen Fächern zeige sich die Stärke des RU als Plattform einer Wertevermittlung innerhalb des Lebensraums Schule.

  • 2. Die Belastung der Religionslehrkräfte
  • Unsere Bitte, den außerunterrichtlichen Einsatz unserer Fachkolleginnen und Fachkollegen (Gottesdienste, Schulseelsorge, Trauerarbeit etc.) noch mehr als bislang zu honorieren, konnte Dr. Bergner nachvollziehen. Jedoch höre er dieses Anliegen auch aus anderen Fachbereichen und in Anbetracht der möglichen Kürzung von 14% des Ergänzungsbereiches der Schulen und der Streichung von 11.600 Stellen bis 2020 sei eine zusätzliche Entlastung für Religionslehrkräfte derzeit von Seiten des KM nicht denkbar. Im Einzelfall würden die Schulen jedoch immer wieder das außergewöhnliche Engagement vieler RL honorieren.

  • 3. Kirchliche Religionslehrer und LFB-online
  • Kirchliche RL können sich bislang nicht via LFB-online zu Fortbildungen anmelden oder online ihre Fahrtkosten abrechnen. Diese Situation hielt Dr. Bergner ebenfalls für untragbar und versicherte, dass an Lösungen für dieses Problem gearbeitet werden würde. Wie diese aussehen werden und wann dies der Fall sein werde – darauf wollte er sich nicht festlegen. Die online-Einsicht soll kirchlichen RL jedoch bald ermöglicht werden.

  • 4. Kompaktwoche für Neigungsfach Religion im Lehrplan verankern
  • Die Bitte, ähnlich dem Fach Sport eine Kompaktwoche auch für das Neigungsfach Religion im Lehrplan zu verankern, konnte Dr. Bergner zwar nachvollziehen, allerdings zweifelte er auch daran, dass Schulleiterinnen und Schulleiter einem solchen Wunsche überhaupt widersprechen würden – selbst wenn dieser nicht durch den LP unterstützt werde. Daher ermutigte er alle RL, die einen Neigungsfachkurs unterrichten, eine solche Kompaktwoche anzubieten und stellte klar, dass er von den betreffenden Schulleiterinnen und Schulleitern die Freigabe für die Durchführung einer solchen Veranstaltung erwarten würde.

    Am Ende des Gesprächs informierten wir die Vertreter des KM noch über die geplanten Aktivitäten innerhalb des AK und der Verbände und vereinbarten ein nächstes Informationsgespräch im kommenden Jahr.

    Text: Valentin Schneider             Foto: Marianne Diebold